Kappelrodeck - Feuerwehrverband Ortenaukreis e.V.

e. V.
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Kappelrodeck

Der Verband > Fachgebiete > Die Musikzüge
 
Spielmanns – Fanfarenzug Kappelrodeck e.V.
 
Aus einem Protokoll einer Verwaltungsratsitzung der Freiwilligen Feuerwehr geht hervor, dass bereits am 11. Januar 1875 „2 Flöten zum Betrag von 6 Mark“ angekauft wurden und in einer Sitzung vom 9. November 1875 „der ledige Friedrich Kohler“ in das Korps der Freiw. Feuerwehr eingereiht und verpflichtet wurde „nach Kräften die Trommel zu schlagen“.
 
Dies dürfte auch der Beginn eines geordneten Spielbetriebes gewesen sein, denn mit Flöte und Trommel konnte eine Spielweise praktiziert werden, die dem entsprach, was in den damaligen Heeren an Spielmannsmusik üblich war.
 
Auf einer Fotografie aus dem Jahre 1878, aufgenommen aus Anlass des 10-jährigen Jubiläum der Freiw. Feuerwehr, sind bereits Spielleute mit 3 Trommeln und 1 Signalhorn abgebildet. Aus einer Aufzeichnung vom 19. Juni 1892 können wir entnehmen, dass weitere Instrumente bezogen und aus der Gemeindekasse bezahlt wurden. „Herr Bürgermeister betrachten Sie dies bitte nicht als Anspielung auf künftige Finanzierungsmodelle“ des Spielmannszuges, obwohl der Gedanke ja verlockend wäre.
 
Es gibt da noch so einen Beschluss des Verwaltungsrates: Alle Spielleute, die sich an auswärtigen Festen aktiv beteiligen, erhalten je 2.- Reichsmark aus der Vereinskasse. –Super, zur Nachahmung empfohlen. Selbstverständlich in Euro -
 
Eine weitere Notiz berichtet uns von einer besonderen Signalprobe anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1904 in Kappelrodeck und einer Ehrung des ersten Tambourmajors Gustav Krumm.
 
Wann genau Krumm die Leitung des Zuges übernahm ist nicht überliefert, aber fest steht, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen 1930 an Wilhelm Lamm übergeben hat.
 
Wilhelm Lamm baute in uneigennütziger Weise das Spielleutecorps aus und scheute keine Mühe, die jungen Spielleute auszubilden. Seine Arbeit fand die volle Anerkennung der Wehr und Ihres Kommandanten.
 
Während des 2. Weltkrieges ruhten sämtliche Aktivitäten, aber bereits 1946 nach Wiederzulassung der Feuerwehr bemühte sich Wilhelm Lamm um die Neuformation des Spielmannscorps. Kappelrodeck hatte nach dem Krieg als eine der ersten Wehren wieder einen Spielmannszug.
 
Dank der Initiative von Kamerad Lamm, der selbst viel Zeit und Geld in „seinen“ Spielmannszug investierte, ging es stetig aufwärts und es wurde 1957 zum 90-jahrigen Jubiläum der Wehr für damalige Verhältnisse hervorragende Spielmannzugmusik geboten. 1959 trugen wir Wilhelm Lamm im Alter von 82 Jahren zu Grabe. Heinz van Hemert und Anton Huber übten zeitweise die Rolle des Stabführers aus.
 
 
Josef Lamm übernahm 1965 die Rolle des Tambourmajors. Er begann mit viel Engagement und Tatkraft einen Neuaufbau und erreichte mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug einen hohen Leistungsstand, der sich bei Wertungs- und Kritikspielen in vielen Pokalen und Urkunden ausdrückte. Ihm zur Seite, mit Rat und Tat, stand der Tambourmajor des Spielmanns- und Fanfarenzuges Offenburg, Alfons Erdrich.
 
1974 erhielten wir eine neue Feuerwehruniform und erstmalig eine auf unseren Ort abgestimmte Tracht. Im selben Jahr bewarben wir uns um die Ausrichtung des Landestreffens der Spielmanns- und Fanfarenzüge Baden-Württembergs und konnten 1975 unser 100-jähriges Jubiläum mit dem Landestreffen verbinden. Es wurde das, zu jenem Zeitpunkt, größte Landestreffen mit 45 Zügen, ca. 1500 Spielleuten und 420 Übernachtungen in Kappelrodeck.
 
Die höchste Mitgliederzahl in unserer Geschichte, mit 51 Aktiven wies der Tätigkeitsbericht von 1977 aus, in dem auch 45 Proben und 25 Auftritte vermerkt sind.
 
Eine schwere Belastungsprobe stellte der Rücktritt des außerordentlich erfolgreichen Stabführers Josef Lamm dar, und man konnte es als Glücksfall bezeichnen, dass Kamerad Franz Schnurr, der bis dahin die Lyra spielte, sich spontan bereit erklärte, das Amt des Stabführers auszuüben.
 
1978 wagte man sich anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der Wehr an die Aufführung des Großen Zapfenstreiches. Der Erfolg: Noch im selben Jahr mussten wir dieses Musikstück bei weiteren drei Feuerwehrjubiläen aufführen.
 
Mit dem Einsatz von Ventilfanfaren, Mellaphone, Baßfanfaren, Alt- und Tenorflöten, sowie verschiedenen Rhythmusinstrumenten kam auch mehr Melodie in unser Spiel und man begann Polkas, Schlager und Konzertstücke in unser Repertoire aufzunehmen.
 
Fasnacht in Kappel: Auch wir waren und sind immer dabei und haben die Matrosen- in eine Musketieruniform umgetauscht. Auch die Hexen- und Pröpperlekostüme liegen jedes Jahr bereit.
 
In der Hauptversammlung 1981 stellte man die Arbeit des Zuges auf eine solide Grundlage und verabschiedete Richtlinien, in welchen die Aufgaben des Zuges, die Rechte und Pflichten der Mitglieder, die Jugendarbeit und das Verhältnis zur Wehr geregelt und festgelegt wurden.
 
Nach Ausarbeitung einer Satzung in der unsere Aktivitäten eine rechtliche Grundlage erhielten, wurde uns 1991 der Status eines eingetragenen Vereins zuerkannt.
 
Auch mit Stabführer Franz Schnurr beteiligten wir uns an etlichen Wertungs- und Kritikspielen auf Landes- und Bundesebene und konnten 1983 beim Bundeswertungsspielen der Feuerwehrzüge in der Klasse A mit einem 2. Platz die Silbermedaille erreichen.
 
1985 feierten wir unser 110-jähriges Jubiläum, verbunden mit dem 1. Kritikspiel des Kreisfeuerwehrverbandes Ortenau. 31 teilnehmende Züge am Kritikspiel und offiziell 55, tatsächlich aber über 60 musiktreibende Vereine gestalteten unseren Festzug. Für 575 Spielleute hielten wir eine Übernachtungsmöglichkeit bereit. Ob alle auch geschlafen haben, darf bezweifelt werden.
 
Eine „Auszeit“, wie man es im Sport bezeichnet, nahm sich 1987 Franz Schnurr. Die Stabführung übernahmen abwechselnd Albert Gieringer, Ludwig Baßler und Ruthard Faißt.
 
1995 beendete Franz Schnurr seine Auszeit, und begeisterte nun mit neuen Vorstellungen, Ideen und musikalische Highlights unsere Mitglieder und Zuhörer.
 
Ein Jubiläumsabend mit Musik-, Tanz- und Showeinlagen und ein Konzertnachmittag, gestaltet von unseren befreundeten Vereinen, waren der Rahmen unseres 125-jährigen Jubiläums im Jahr 2000. 2005 – 2013 waren Ludwig Baßler, ein Mitglied unseres Zuges und Yves Kieffer, ein Musiker aus dem Elsaß, für die musikalische Leitung verantwortlich.
 
Unser heutiger Dirigent, Alexander Schaufler, Trompeter und Vizedirigent in der Stadtkapelle Bühl übernahm den Zug im Jahre 2013.
 
 
Die Zugführung übergab Thomas Fischer 1994 an Josef Baßler und seit 2008 leitet Gerhard Huber die Geschicke des Vereins.
 
Mit dem Zugführer Gerhard Huber wurde die Jugendarbeit noch stärker ausgebaut. Die Durchführung von D1-Lehrgängen, die Gründung einer Blockflötengruppe, eine Kooperation mit der Schloßbergschule Kappelrodeck, im Rahmen des Jugendbegleiterprogramms und die Gründung einer Jugendkapelle erfolgten aufgrund seiner Initiativen, um weiterhin die Jugend an unsere Musik heranzuführen.
 
Bis zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Schloßbergstraße 1968, wurden die Proben, soweit bekannt, -außer Wilhelm Lamms Küche- in einem Klassenzimmer der Volksschule, in dem auch die evangelische Kirchengemeinde zu jenem Zeitpunkt, Ihre Gottesdienste abhielt, durchgeführt.
 
2006 wurde in der Binzig ein modernes, einer Stützpunktwehr entsprechendes Gebäude erstellt, in dem auch der Spielmannszug ideale Bedingungen für Proben, Lehrgänge und verschiedene Veranstaltungen erhielt. Selbst die Unterhaltung kam nie zu kurz. Neben Theateraufführungen, Wanderungen, Baggersee- und Grillfesten, besuchte man, teilweise mit Auftritten und Konzerten verbunden:
 
Sölden im Ötztal, Südtirol und Venedig, Stockholm und Göteborg, Budapest, Prag, Dresden, Paris, Monaco und Nizza, Sowie Gsteigwiler im Berner Oberland
 
Der Spielmanns-und Fanfarenzug Kappelrodeck besteht derzeit aus 28 aktiven Musikerinnen und Musiker (Stand 31.12.2015).
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü